Ein Fest zu Goethes 265. Geburtstag

Ein Fest zu Goethes 265. Geburtstag
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»Daß mich unterwegs die guten Geister des Orients besucht … «

1814 las Johann Wolfgang von Goethe erstmals die Gedichte des persischen Dichters Hafis (* um 1320 in Schiraz, Iran; † um 1389 ebenda), die der Orientalist Joseph von Hammer-Purgstall 1812 ins Deutsche übertragen hatte. Es ist für Goethe der Beginn einer jahrelangen Beschäftigung. Hafis fesselt ihn so sehr, dass er Anfang 1815 im Brief bekundet: »Ich habe mich, mit aller Gewalt und allem Vermögen, nach dem Orient geworfen.« Vier Jahre später erscheint seine Gedichtsammlung »West-östlicher Divan«, der die heute viel zitierten Zeilen »Orient und Occident / Sind nicht mehr zu trennen« entstammen. An den fruchtbaren Dialog der beiden Poeten erinnert das Hafis-Goethe-Denkmal am Rande des Parks an der Ilm.

Installation am Goethe-Hafez-Denkmal von Pirusan Mahboob & Stefan Kratsch.               "IN EINEM BOOT"

Zu Goethes 265. Geburtstag richtet die Klassik Stiftung Weimar ein west-östliches Fest im und am Römischen Haus aus. Besucher erwartet im illuminierten Park an der Ilm ein vielfältiges Angebot mit Musik, Tanz, Theater, Lesungen und kulinarischen Genüssen. Zum Ausklang laden das Kunstfest Weimar und die Staatskapelle Weimar um 22 Uhr zu einem nächtlichen Geburtstagskonzert in das Deutsche Nationaltheater ein. Das Programm zu Goethes Geburtstag finden sie unter www.goethegeburtstag.de      

Eine Veranstaltung der Klassik Stiftung Weimar in Kooperation mit: Grüne Wahlverwandtschaften e.V. und IranHaus Weimar.

Dem Team vom Iranhaus Weimar war es eine besondere Freude, das Fest zu Goethes 265. Geburtstag mit vielen Weimarer Bürgern und Gästen zu feiern.

An dieser Stelle möchte ich mich besonders bei den Mitwirkenden und Organisatoren dieses gelungenen Events, insbesondere dem Team der Klassik Stiftung Weimar bedanken.

Ich hoffe, dass der Dialog zwischen Orient und Okzident, der hier in Weimar schon lange gepflegt wird, auch in neuen Projekten in den nächsten Jahren Fortsetzung findet.

Pirusan Mahboob

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Interreligiöses Gedenken in Erfurt

Interreligiöses Gedenken in Erfurt
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BETEN FÜR DIE OPFER VON GEWALT UND FLUCHT

Erstmals Interreligiöses Gedenken in Erfurt am Totensonntag

Aus aktuellen Anlässen findet in Erfurt erstmals am Totensonntag / Ewigkeitssonntag, dem 22. November 2015 15.00 – 16.00 Uhr ein Interreligiöses Gedenken statt. Dazu lädt der Interreligiöse Gesprächskreis »Religionen in Thüringen« öffentlich ins Atrium der Erfurter Stadtwerke in der Magdeburger Allee ein.

In dieser Stunde werden Vertreter des Evangelischen Kirchenkreises, der Jüdischen Landesgemeinde Thüringens, der Römisch-Katholischen Kirche Bistum Erfurt, der Russisch-Orthodoxen Kirche Weimar, der Schiitischen Gemeinde Erfurt und der Sunnitischen Moscheegemeinde Haus des Orients Weimar jeweils Texte aus Tora, Bibel und Koran sowie Gebetsworte zur Sprache bringen. 

Der Interreligiöse Gesprächskreis »Religionen in Thüringen« hat sich im Februar 2015 gebildet. Hubertus Staudacher, Islambeauftragter des Katholischen Bistums und Pfarrer i. R. Dr. Aribert Rothe, Mitglied der evangelischen Arbeitsgemeinschaft „Konfessionen – Religionen – Weltanschauungen“, hatten dazu die Initiative ergriffen. In einem ersten Schritt wurden Vertreter/innen der „Buchreligionen“ in der Tradition Abrahams eingeladen, gleichrangig zusammen zu kommen. Erst einmal ist dabei an die großen Richtungen gedacht: Judentum (orthodox, liberal), Christentum (orthodox, katholisch, evangelisch) und Islam (Sunniten, Schiiten). Bei Zustimmung könnte der Kreis in einem zweiten Schritt auch erweitert werden. Die religiösen Gemeinschaften bzw. Konfessionen sollen jeweils durch ein bis zwei Personen fest im Kreis verankert sein. Gelegentlich können zusätzlich Gäste einbezogen werden. Damit soll eine personelle Dominanz einzelner Gruppen verhindert und zugleich Kontinuität, Vertrautheit und Verlässlichkeit erreicht werden.

Die Einladung stieß auf große Bereitschaft. Die Mitglieder kommen aus der Jüdischen Landesgemeinde, dem sunnitischen Kulturzentrum Haus des Orients Weimar, der Schiitischen Gemeinde Erfurt, der evangelischen und katholischen Kirche sowie der russisch-orthodoxen Kirche in Weimar. Orte der Begegnung sind wechselweise Räumlichkeiten in gegenseitiger Gastgeberschaft. Perspektivisch ist es durchaus denkbar, ein Treffen mit der Anwesenheit bei Gebet und Gottesdienst der besuchten Gruppe zu verbinden.

Der Interreligiöse Gesprächskreis »Religionen in Thüringen« versteht sich allerdings nicht als ein Forum für soziale oder politische Fragen und Auseinandersetzungen. Im Vordergrund steht auch nicht die Wahrheitsfrage, sondern die Wahrnehmung des Anderen in seiner religiösen Beziehung und dem sich daraus ergebenden Verhalten zur Gesellschaft. Es ist die Freiheit Gottes, sich auch und anders gegenüber Anderen zu zeigen.

Dabei ist klar, dass ein fruchtbarer Dialog nicht aus der Beobachtungsperspektive geführt werden kann. Echtes Gespräch setzt eine bewusste Identität voraus. Denn die Beziehungen zwischen Religionen können nicht neutral geklärt werden. Die jeweils eigene Lebensentscheidung und Geschichte, aber auch die Geschichte und Theologie der eigenen Glaubensgemeinschaft ist zu berücksichtigen. Jeder Glaubensentscheidung gilt Respekt.

Der Gesprächskreis ist also weniger ein Ort des Disputes als der möglichen Interaktion. Es geht zuerst um Vertiefung des Wissens um den Anderen. Nicht zuletzt braucht es den Austausch über die jeweiligen Erfahrungen als Minderheiten in einer überwiegend areligiösen Umwelt, die sich gleichgültig oder sogar ablehnend zeigt. Im entstehenden Vertrauen lassen sich viele Fragen aufgreifen: Welche unterschiedlichen Sichtweisen von Religion und Gesellschaft gibt es? Welche Probleme entstehen im gesellschaftlichen Leben und zwischen den Religionen, z. B. bei der Seelsorge in sozialen Einrichtungen, in Schulfragen und Kindergärten, bei Religionswechsel und in den Familien? Wie kann man sich gegenseitig unterstützen?

Mit der Einladung zum Interreligiösen Gedenken tritt der Interreligiöse Gesprächskreis »Religionen in Thüringen« erstmals an die Öffentlichkeit.

Aribert Rothe

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7. Hafez-Gedenktag in Weimar 2015

7. Hafez-Gedenktag in Weimar 2015
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„Genießen wir, was uns der Tag beschert! Wer weiß, ob solch ein Tag uns wiederkehrt.“ Hafez e Shirazi

Freitag, 02. Oktober 2015

Ab 14:00 Uhr „Shiraz trift Weimar"
Ausstellung zu 7 Jahre Dialog zwischen Shiraz und Weimar - Friedenskarawane 2015

15:30 Uhr Städtefreundschaft Shiraz- Weimar
Eine Gesprächsrunde über bereits Erlebtes und künftige Vorhaben

16:30 Uhr Lesung zum 15. Jubiläum des Goethe-Hafez-Denkmal
musikalisch begleitet von Elisabeth Neuser und Friederike Vollert
Besonderer Gast: Fabian Rabsch


Ort: Stadtbücherei Weimar, Gewölbekeller


 

Samstag, 03. Oktober 2015

Ab 13:00 Uhr Wolle färben und Modellieren mit Ton Workshops für Groß und Klein
mit Angelika Wechsung, Mina Amini und Pirusan Mahboob; Persische Ecke am Sächsischen Hof; Kulinarisches aus dem Iran.


Ort: Straßenfest am Herderplatz

Sonntag, 04. Oktober 2015

15:00 Uhr Sieben Jahre Goethe - Hafez - Denkmal in Weimar Installation und Dialogaktion
Feiern Sie mit uns und genießen Sie den Geburtstagskuchen!

Ort: Beethovenplatz Weimar

18:30 Uhr Iranischer Abend mit persischer Musik
von Ustad Ghulam Hussain (Rubab) und kulinarischen Köstlichkeiten

Ort: Jugend- und Kulturzentrum mon ami


Wir freuen uns sehr, ein weiteres Mal gemeinsam mit Ihnen hier in der Stadt Goethes in Erinnerung an die tiefe seelische Verbundenheit zwischen den Dichterfürsten Goethe und Hafez und im Rahmen der Interkulturellen Woche der Stadt Weimar den Hafez-Gedenktag zu feiern.

Ihr Iranhaus Weimar

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Shiraz & Weimar - eine Städtefreundschaft

Entdecken Sie mit uns Persien